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Falcon Acoustics

Falcon Acoustics


Testberichte:
Falcon Acoustics BBC LS3 /5A - Fidelity 4/2017
Falcon Acoustics BBC LS3 /5A - hifi&records 4/2016




Der Falcon Acoustics LS3/5a ist der einzige LS, der tatsächlich genau wie der 1975 erschienene Original-BBC Design, gebaut ist. Die Entwicklungsgeschichte der FA LS3/5a kann aber sogar noch weiter zurückverfolgt werden: zu den Designs der originalen Driver aus 1964/65 von Malcolm Jones, der dann zum Chef-Designer von KEF wurde. Diese ‘historische Genauigkeit’ ist beim Falcon Acoustics LS3/5a einzigartig.



1961 gründete Raymond Cooke KEF, um mit neuen Materialien auf dem Gebiet des Lautsprecherdesigns zu experimentieren. Anfänglich arbeitete Cooke bei BBC, dann bei Warfedale. Malcolm Jones stieß im Oktober 1961 zu ihm und gemeinsam machte man sich nun an den Bau von Drivern.



Nach der 1963 anschließenden umfassenden Forschung durch Raymond Cooke und Malcom Jones für KEF und das BBC R&D Department wurde die Verwendung von Bextrene für Lautsprechertrichter diskutiert. Malcom Jones kehrte zu KEF zurück und nach einigen Monaten des Arbeitens und Testens wurde im Frühjahr 1965 der erste Bextrene-Trichter B110 Prototyp, mit der bekannten Membranbeschichtung, produziert.

Im selben Jahr wurde der erste T27 Hochtöner vorgestellt, abermals designet von Malcom Jones, ausgestattet mit einer 19mm Melinex Kuppel.

Alle originalen LS3/5a, einschließlich des Falcon LS3/5a müssen diesen klassischen Treiber verwenden, um die Vorgaben des Original 1975 BBC LS3/5a zu erfüllen.



Malcom Jones, welcher 1972 Falcon Acoustics gründete, designte den originalen B110 und T27 Treiber neu, und jene werden nun wieder, unter Verwendung der originalen Materialien, ausschließlich von Falcon Acoustics fabriziert. Es wurden die von Malcom Jones verwendeten Notizbücher genutzt, zusammen mit allen darin befindlichen Testresultaten für den B110, um 100 %ge Authentizität und Genauigkeit den originalen Modellen gegenüber zu gewährleisten.



Frühe Versionen des B110 und T27 Treibers wurden 1966 dem BBC R&D Department durch KEF geliefert. Diese wurden später in den ersten, 1970 von den BBC R&D/Design Departments produzierten LS3/5 verwendet und tauchen in allen Dokumenten und Fotografien der ersten LS3/5 auf. Das LS3/5 System war so konzipiert, um in Übertragungswägen, Racks etc. zu passen, daher war es logischerweise kompakt und einfach zu transportieren. Es wurden nur sehr wenige Stück produziert (ungefähr 20 Paar) und dies nur für BBC interne Zwecke.


Der LS3/5 wurde nie für kommerzielle Zwecke gebaut.

Es existieren noch ein paar detaillierte Aufzeichnungen des LS3/5, Falcon Acoustics hat indes ein volles Set an BBC LS3/5 Spezifikationsdokumenten, die auch Referenzkurven beinhalten.

Ende 1973 entschied sich BBC dazu, die Lizenz des LS3/5 kommerziell arbeitenden Manufakturen wie z.B. Rogers zu übergeben und überließ KEF ein Paar für Testzwecke.

Bald wurde ein großes Problem klar: ohne Wissen der BBC hatte Malcolm Jones zu diesem Zeitpunkt schon sowohl den T27 als auch den B110 redesignt, zu der später berühmten Version ( wie sie jetzt noch von Falcon Acoustics produziert wird) und genau diese Driver waren bei KEF schon seit einiger Zeit in Produktion.



Dies machte natürlich ein Re-Design – sowohl des Gehäuses als auch der Weiche – notwendig, deshalb wurde BBC auch mit einer großen Menge an Drivern für beide Modelle beliefert, um daran arbeiten zu können. Für den B110, BBCs exlusive Driver als Top-Modelle der KEF-Produktion mit der flachsten Resonanz-Kurve, wurde der Name in LS3/5a geändert – die Geburtsstunde der legendären LS3/5a Prototypen 001/002 war angebrochen.

Die Auswahl der B110, die nun besondere Charakteristika aufwiesen, resultierte in erheblichen technischen Schwierigkeiten für KEF, die bis dahin die B110 in großer Zahl für ihre eigenen Systeme, Hersteller und Systembauer in der ganzen Welt produziert hatten. Das Bextrene, das für die Trichter verwendet wurde, war nicht einheitlich und die relativ kleine Menge, die KEF für die Produktion brauchte, war von der Qualität, die gerade verfügbar war, nicht die, die für die Produktion am besten gewesen wäre. Das bedeutete, dass die Stückzahlen des LS3/5a als Re-Design der B110 limitiert waren.

1974 verließ Malcolm Jones KEF und gründete Falcon Acoustics. Falcon bewarb sich für eine LS3/5a Lizenz von BBC, wurde jedoch abgelehnt. Die Muster, die bei BBC für die Zulassung eingereicht wurden, waren den technischen Daten des LS3/5a so nahe, dass sie von der BBC als zu gut bewertet wurden, um in normale Produktion zu gehen.

2009 übernahm Jerry Bloomfield das Ruder bei Falcon Acoustics – Malcolm Jones setze sich offiziell zur Ruhe – aber beide wussten, dass Falcon den B110, T27 und am wichtigsten den Classic 15 ohm LS3/5 wieder herstellen sollte.



Bloomfield entsinnt sich “Wir trafen uns ca. alle zwei Wochen zum Essen und für ein kleines Gespräch. Das Problem für mich bei der Übernahme von Falcon war, dass Malcom so viele Informationen in seinem Kopf hatte, er ist Teil der Audio Geschichte, der Designer der legendären Treiber, welche die erfolgreichsten ihrer Art sind, außerdem der nicht weniger berühmten klassischen Lautsprecher Systeme....Malcom hätte sich zur Ruhe setzen sollen, aber die Wahrheit war, dass wir beinahe täglich zusammen arbeiteten und durchaus Spaß hatten. Eines Nachts kamen wir zu dem Entschluss, dass die Zeit gekommen war den B110 wieder zu produzieren. Wir beide wussten, dies war etwas, das uns wirklich am Herzen lag.“


Am nächsten Tag begannen bei Falcon die Arbeiten am B110. Die Grundlage für das B110 Projekt entnahm Falcon dem klassischen 8 Ohm B110, unter Verwendung aller im United Kingdom verfügbaren Teile, mit einem Design-Erbe, das auf Jones originales Design zurückging. Es ist um vieles schwerer, ein altes Lautsprecher Design korrekt neu zu überarbeiten, als einen neuen Treiber herzustellen. Die Materialien und die Konstruktion müssen die gleichen sein, da kann es keine Kompromisse geben.

Das technische Ziel war es daher, den neuen B110 absolut korrekt zu bauen. Die einfache Lösung wäre es gewesen, ein anderes Membran Material, andere Dämmungs-Bestandteile und andere Spulen-Verbindungen zu verwenden. Aber das wäre nicht das gewesen, was Jones und Bloomfield produzieren wollten:



Einen kompromisslosen, 100% historisch korrekten, “originalen“ B110 MADE in UK.

Eine große Anzahl an KEF B110 aus den 1970er und 1980er Jahren wurde getestet, jedoch keiner erreichte die Vorgaben, manche waren sogar so weit abgeschlagen, dass sie gar nicht mehr funktionierten. Dies war ein großes Lob für das Original-Design aus den 60igern.

Es war sehr schwierig, einige besonders wichtige Bestandteile zu finden, da viele UK-Lieferanten mit dem nötigen Wissen benötigt wurden um Teile zu produzieren. Viele von von diesen Fabriken waren jedoch entweder stillgelegt beziehungsweise deren ‘wissende‘ Mitarbeiter haben sich bereits zur Ruhe gesetzt.


Es hat ein Jahr geduldiger Arbeit gebraucht, um einen Hersteller zu finden der das originale Bextrene herstellen konnte. Moderne computergesteuerte Produktionsmethoden sicherten ein konsequent hervorragendes Membranmaterial, viel besser als alles was KEF verwendet hatte. Dies bedeutete, dass der Falcon B110 einheitlicher wäre und nicht die selben Änderungen bei der Resonanz, wegen Bextrene hätte, die KEF und BBC solche Probleme bereitet haben.

Bloomfield verbrachte das selbe Jahr damit, nach dem richtigen Beschichtungsmaterial zu suchen. Dies war äußerst wichtig, denn ohne dies hätte der B110 nicht korrekt gebaut werden können. Nach langer Suche wurde das richtige Beschichtungsgemisch gefunden und bestand alle Tests.



Falcon fand die meisten der originalen Werkzeuge für die anderen Bestandteile, ein paar mussten nachgebaut werden. Das richtige Haftmittel musste gefunden werden beziehungsweise ein moderner ebenbürtiger Ersatz, aber nach fast 2 Jahren des Suchens und der Vorbereitung war Falcon wieder in der Lage, dieses historische Design zu bauen.

Produkttestungen und Messungen zeigten sehr schnell, dass der Falcon B110 eine bemerkenswert konsequente Einheit war und die Probleme, die KEF mit Bextrene hatte, nicht mehr existierten. Das Ergebnis des Falcon B110 wurde mit den der früheren BBC B110 und BBC LS3/5 Referenz-Kurven verglichen und zeigte eine exzellente Übereinstimmung.



Jones und Bloomfield wendeten sich als nächstes dem T27 Hochtöner zu. Als erstes sah es einfach aus, aber mit der Zeit wurde klar, dass es einige schwierige Herausforderungen zu lösen galt. Spezielle interne Anti-Resonanz Materialien mussten wieder produziert werden, der originale Lieferant hatte jedoch Jahre zuvor aufgehört, diese zu machen. Aber er stimmte zu, zu helfen, und Maschinen die für 30 Jahre weggesperrt waren wurden wieder mit viel Liebe in Schuss gebracht und instand gesetzt.

Das, was aber für den T27 am schwierigsten zu finden war, erstaunte jeden: es war einfach nicht möglich, das originale Messinggitter, das die Kalotte schützt, zu finden. Das Verhältnis der Ausnehmungen zum Messing ist krititsch, weil es den Klang beeinflusst. Doch wieder kam das Glück in Form eines Telefonanrufes ins Spiel, der direkt nach Dänemark in ein altes Warenlager weiterleitete, wo noch 10 originale Messingbleche zu entdecken waren. Wie, wann und warum sie dort lagerten, wusste niemand, aber Falcon konnte nun sicher sein, dass auch der letzte ‚Baustein’ original und authentisch sein würde.

Somit war klar, dass Falcon nun in der Lage war, das Classic Original 15 Ohm LS3/5a mit außergewöhnlicher Genauigkeit und Authentizität herzustellen. Die Driver, die Malcom Jones gebaut hatte und andere Teile, die für den originalen LS3/5a verwendet wurden, waren nun wieder verfügbar – und so fragte Falcon bei BBC wieder um die Lizenz für LS3/5a nach. Bei BBC war man von der Qualität und der Hingabe, mit der Falcon ans Werk ging, enorm beeindruckt und gewährte diesmal gerne die Lizenz.

Und diese Herangehensweise – ernst und kompromisslos - ist auch in diesem außergewöhnlichen Lautsprecher zu spüren. Es ist ein einzigartiges Produkt mit einzigartigem Klang. Die Herkunft des Falcon LS3/5a lässt sich leicht verfolgen – zurück zu 1965 von Malcom Jones gebauten originalen Drivern – großartig – das ist nun über 50 Jahre her.
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